Die neue Küche ist für Erwachsene nach modernsten Sicherheitsstandards gebaut. Deshalb wird heute das Augenmerk vermehrt auf die Sicherheit von Kleinkindern gerichtet, denn diese sind besonders gefährdet.

Sicherheit – Kleinkinder sind in der Küche besonders gefährdet
Jährlich verunfallen gegen 12 von 100 Kindern zuhause. Nur ca. drei von 100 Kindern verunfallen ausserhalb, auf dem Spielplatz, im Verkehr oder in öffentlichen Gebäuden. Gerade Kleinkinder bis zum Alter von vier Jahren sind besonders gefährdet, sind sie doch voll Wissensdrang, neugierig und entdeckungsfreudig, tappen überall hin und wollen alles berühren und gar schlucken. Das kann sie in gefährliche Situationen bringen. Der gefährlichste Ort ist die Küche. Die häufigsten Unfallarten sind: Schnittverletzungen, gravierende Verbrennungen, Verbrühungen und Vergiftungen.

In der Küche liegt die
Verantwortung bei den Eltern
Kinder bis zu ca. vier Jahre verstehen viele Erklärungen und Verbote der Eltern noch nicht. Zudem verhalten sie sich oft spontan und unkontrolliert. Plötzlich ist ein Messer in ihren Händen oder ein Gefäss mit kochendem Inhalt umgekippt. Darum heisst es für Eltern, in der Küche besonders vorsichtig und vorausschauend zu sein.
Wichtige Verhaltenstipps für Eltern in der Küche
Während des Kochens immer noch ein Auge auf den Sprössling zu werfen, erfordert viel Aufmerksamkeit. Eltern können gegen Unfälle ihrer Kinder in der Küche vorbeugen, wenn sie immer wieder erklären, was gefährlich ist. Und auch, wenn sie sie in ihre Tätigkeit miteinbeziehen.
Richtiges Verhalten:
- Erklären Sie immer wieder, was und warum etwas gefährlich ist (z.B. Messer, heisse Gegenstände). Verbote allein genügen nicht, Erklärungen hingegen bringen den Lerneffekt.
- Die Kinder entsprechend ihrem Alter in der Küche beschäftigen und mitmachen lassen: gemeinsam mit ihnen rüsten, schneiden, den Kuchen oder die Pizza belegen oder Salat waschen.
- Kleinkindern während des Kochens in einer separaten Ecke eine Spiel- oder Beschäftigungsmöglichkeit bieten, so kann man sie besser im Auge behalten.
- Orientieren Sie sich nach dem Kind, reden Sie mit ihm, damit Sie nicht plötzlich unerwartet darüber stolpern – auch Kinder können lernen sich anzukündigen.
- Scharfe Messer und gefährliche Küchenapparate ausser Reichweite aufbewahren, möglichst in verschlossenen Schränken.
- Gilt für die ganze Wohnung: Steckdosen müssen speziell kindergesichert sein.
- Putzmittel, Tabs für den Geschirrspüler und Medikamente gehören in abschliessbare Schränke.

Wichtige Tipps für die
kindergerechte Küche
Familien mit Kleinkindern wählen bei einer Küchenrenovation oder beim Umzug in ein neues Haus eine kindersichere Küche. Die entsprechenden Lieferanten geben gerne Auskunft, sie verfügen über grosse Erfahrung. Durch gezielte Massnahmen für Kinder können viele kleine Missgeschicke und Unglücke vermieden werden.
Die richtige Einrichtung für die Sicherheit der Kinder:
- Induktionskochfelder sind weniger gefährlich, da nur die Pfanne, nicht aber die ganze Kochplatte heiss wird.
- Es gibt Schalterelemente für den Kochherd, die auf Magnetbasis funktionieren. Sie sind abnehmbar, wenn sie nicht benötigt werden. So wird es dem Kind verunmöglicht, auf eigene Faust zu „kochen.“
- Ein auf Erwachsenensichthöhe eingebauter Backofen verhindert, dass die Kleinen die heisse Tür berühren. Neue Backofen sind so konstruiert, dass sie aussen nicht mehr glühend heiss werden.
- Geschirrspüler weisen heute Türen mit auf der Oberkante eingebauter Bedienleiste auf, sodass bei geschlossener Tür das Gerät voll in die Front integriert ist. Es verleiten also keine blinkenden Knöpfe zum Spielen (Bild unten).
- Es gibt spezielle Gefahrgutschränke, bei denen sich Türen, Auszüge und Schubladen in der Küche per Funksteuerung verschliessen lassen.
- Es gibt Küchenfronten mit einer abwaschbaren Oberfläche (z.B. Kunstharz) auf denen Kinder unbedenklich malen können, weil ihre Gemälde problemlos abzuwischen sind.
- Schranktüren und Schubladen mit einem Verzögerungs-Schliessmechanismus in die Küche einbauen, damit niemand mehr seine Finger einklemmt.
- Auch in der Küche Arbeitstische ohne Ecken und Kanten, sondern abgerundete Fronten verwenden, damit es keine blauen Flecken mehr gibt.
- Separate Kinderkochmöbel und -tische aus Holz in die Küchenecke stellen. Hier können auch mal Schulaufgaben erledigt werden.
- Geschirrspüler mit auf der Oberkante eingebauter Bedienleiste

Neues Leben in der Familienküche
Dank kontinuierlich technischer Neuerungen bleibt die Küche in Zukunft nicht weiter Tabuzone, sondern der Spass am gemeinsamen Kochen und Backen mit den Kindern kehrt wieder in die Küche zurück. Und es kann wieder ganz wie früher sein, als sich die ganze Familie in der Küche um den Esstisch versammelt hatte. Hier können dann die Kinder viel über gesunde Ernährung, schonendes Kochen oder Grossmutters Lieblingsrezept lernen.
